Den Kriegsfall überleben: Für Zivilisten in Deutschland heißt das vor allem, vorher vorzusorgen. Ein Vorrat für zehn Tage, gepacktes Notgepäck, eine funktionierende Warnkette, ein Schutzplatz im eigenen Haus und ein Familienplan helfen bei einem langen Stromausfall oder Unwetter genauso wie in einer militärischen Krise. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) dazu empfehlen.
Ob es zu einem Krieg in Deutschland kommt, lässt dieser Ratgeber offen. Es geht um das, was du selbst in der Hand hast: Wissen, einen Plan und einen Grundvorrat. Ohne Alarmismus und ohne Kaufliste für teure Spezialausrüstung.
Aktualisiert : Quellen und Mengenangaben geprüft.
Das Wichtigste in Kürze
- Vorrat: Laut BBK möglichst für zehn Tage, mit 2 Litern Wasser pro Person und Tag (1,5 Liter zum Trinken, 0,5 Liter zum Kochen).
- Warnung: Laut BBK bedeutet ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton „Warnung“, ein einminütiger gleichbleibender Ton „Entwarnung“. Danach informierst du dich über Radio oder die Warn-App NINA.
- Schutz im Haus: Bei Explosionsgefahr bieten laut BBK fensterlose Kellerräume viel Schutz, ohne Keller innenliegende Räume nach der Regel der zwei Wände. Bei Hochwasser gilt das Gegenteil: nicht in den Keller (BBK).
- Öffentliche Schutzräume: Die 579 noch dem Zivilschutz gewidmeten Anlagen sind weder funktions- noch einsatzbereit (laut BBK, Stand der Angaben Mai 2023).
- Erste Hilfe: Laut DRK dauert der Rotkreuzkurs Erste Hilfe einen Tag (9 Unterrichtseinheiten). Im Notfall immer 112 anrufen.
Kriegsfall überleben beginnt mit einem Vorrat für zehn Tage
Wer vorher entschieden hat, was zu tun ist, muss in der Krise weniger unter Druck entscheiden. Vorbereitung heißt: Vorrat, Notgepäck, Warnwege und Treffpunkte stehen fest, bevor etwas passiert.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, dass du dich möglichst zehn Tage lang selbst versorgen kannst. Auch ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft laut BBK-Ratgeber zum Bevorraten schon sehr. Wie du die Mengen für deinen Haushalt berechnest, steht in unserem Lebensmittelvorrat für 10 Tage.
Wir halten die Reihenfolge für entscheidend: zuerst der Grundvorrat nach BBK, das Notgepäck und ein Familienplan auf Papier, danach ein Erste-Hilfe-Kurs. Taktische Spezialausrüstung, Waffen oder teure Technik gehören nicht an den Anfang. Sie ersetzen weder Wasser und Essen für zehn Tage noch das Wissen, was bei einer Warnung zu tun ist.
Nach der Warnung: informieren, Anweisungen folgen, Schutz suchen
Eine Sirene sagt dir nur, dass eine Gefahr besteht, nicht welche. Laut BBK zu Sirenensignalen informierst du dich danach über Rundfunk, Warn-Apps oder Internetseiten über die genaue Lage und die Verhaltensempfehlungen.
Sofort nach der Warnung
Wenn die Sirenen heulen oder die NINA-App eine Warnung sendet:
- Informieren: Radio einschalten (bei Stromausfall ein batteriebetriebenes Gerät) oder die Warn-App öffnen. Dort steht, was die Behörden für dein Gebiet raten.
- Den Anweisungen folgen: Bleiben, Schutz suchen oder das Gebiet verlassen entscheidest du nach den offiziellen Hinweisen, nicht nach Gerüchten.
- Schutz im Gebäude: Bei Gefahr durch Explosionen gilt laut BBK: fensterlose Kellerräume oder innenliegende Räume, weg von Fenstern und Glasflächen. Bei Hochwasser dagegen nicht in den Keller, sondern nach oben.
- Familie erreichen: Kurz Kontakt aufnehmen und den verabredeten Plan ausführen.
- Notgepäck bereithalten: Falls eine Evakuierung angeordnet wird, ist es gepackt und steht an einem bekannten Platz.
Das Notgepäck: ein Rucksack pro Person
Für den Fall, dass du schnell das Haus verlassen musst, rät das BBK: Nimm für jedes Familienmitglied nicht mehr mit, als in einen Rucksack passt. Ein Rucksack ist praktischer als ein Koffer, weil du beide Hände frei hast. Die folgende Tabelle orientiert sich an der Liste im BBK-Ratgeber zum Notgepäck. Eine ausführliche Packliste findest du in unserer Checkliste zum Notfallrucksack.
| Kategorie | Was | Menge |
|---|---|---|
| Wasser | Gefüllte Wasserflasche | 1 pro Person (BBK) |
| Lebensmittel | Verpflegung in staubdichter Verpackung, dazu Essgeschirr | 2 Tage (BBK) |
| Dokumente | Dokumentenmappe (siehe unten) | Wasserdichte Hülle |
| Bargeld | Bargeld und Geldkarten (BBK) | Nach eigenem Bedarf |
| Erste Hilfe | Erste-Hilfe-Material, persönliche Medikamente (BBK) | Kompakt-Kit |
| Kommunikation | Batteriebetriebenes Radio, Reservebatterien (BBK), Powerbank, Ladekabel | Nach Bedarf |
| Licht | Taschenlampe oder Stirnlampe, Ersatzbatterien | Nach Bedarf |
| Kleidung und Wärme | Wetterfeste Kleidung, Rettungsdecke | Nach Jahreszeit |
| Hygiene | Hygieneartikel, FFP2-Maske (BBK) | Klein-Päckchen |
| Werkzeug | Taschenmesser, Klebeband, Feuerzeug | Nach Bedarf |
Gewicht: Eine Kilogrenze nennt das BBK nicht. Pack den Rucksack einmal voll und trag ihn eine Weile. Was du so nicht tragen kannst, nimmst du wieder heraus.
Schutz zu Hause: Fensterlose Kellerräume und die Regel der zwei Wände
Nicht jede Gefahr erfordert eine Evakuierung. Ob du zu Hause bleibst, entscheiden die Hinweise der Behörden. Für den Fall, dass du im Haus Schutz suchen musst, hilft es, den Platz vorher festzulegen.
Öffentliche Schutzräume in Deutschland (laut BBK, Stand der Angaben Mai 2023)
Laut BBK-Seite zu Schutzbauwerken waren in Deutschland noch 579 öffentliche Schutzräume mit rund 478.000 Plätzen dem Zivilschutz gewidmet. Diese Anlagen waren jedoch weder funktions- noch einsatzbereit. Bund und Länder hatten das Schutzraumkonzept 2007 aufgegeben. Im März 2022 stoppte das Bundesinnenministerium den Rückbau, eine Bestandsaufnahme der Anlagen wurde laut BBK Ende Mai 2023 abgeschlossen. Die BBK-Seite trägt kein eigenes Datum, ihre jüngste Angabe betrifft Mai 2023. Neuere Zahlen nennt sie nicht (abgerufen im September 2026). In seinen Hinweisen zum Schutz vor Explosionen kündigt das BBK ein digitales Verzeichnis zugänglicher Zufluchtsorte an. Eine offizielle Übersicht nennt es dort nicht, auch diese Seite trägt kein Datum. Für dich heißt das: Plane deinen Schutzplatz im eigenen Haus.
Der Keller als Rückzugsort
Laut BBK-Hinweisen zum Schutz vor Explosionen bieten fensterlose Kellerräume viel Schutz. Ohne Keller eignen sich innenliegende Räume wie Treppenhaus, Bad oder Flur. Die Regel der zwei Wände: Zwischen dir und draußen sollten zwei Wände liegen, die Splitter und Trümmer abhalten. Bei Hochwasser gilt laut BBK-Übersicht „Schutz suchen“ das Gegenteil: auf keinen Fall in den Keller, sondern in höher gelegene Stockwerke. Wie du einen Kellerraum ausstattest, beschreibt unser Beitrag Schutzraum im Keller einrichten.
Falls du einen Keller hast, kann dort ein einfacher Rückzugsort entstehen:
- Matratze, Feldbett oder zumindest Schlafsäcke
- Vorräte an einem zentralen Platz
- Radio + Powerbank
- Eimer mit Deckel + Müllbeutel als Nottoilette
- Mehrere Lichtquellen
Fenster zusätzlich mit Decken oder Sandsäcken abzudichten, nennt das BBK nicht. Entscheidend ist die Wahl des Raums: möglichst ohne Fenster und mit möglichst wenigen Außenwänden.
Wasservorrat richtig anlegen
Laut BBK ist Trinkwasser wichtiger als Essen. Laut BBK braucht ein Erwachsener mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag, zum Kochen kommen 0,5 Liter hinzu.
BBK-Empfehlung: 2 Liter pro Person und Tag für möglichst zehn Tage, also 20 Liter pro Person.
Für eine vierköpfige Familie ergibt das 80 Liter, zum Beispiel rund 54 Flaschen à 1,5 Liter. Wasser für Körperpflege und Toilette ist darin nicht enthalten. Wie du Wasser lagerst und austauschst, steht in unserer Anleitung zum Wasservorrat.
Wasserfilter oder Desinfektionstabletten können eine Ergänzung sein, falls die Leitungsqualität unsicher wird. Verwende sie ausschließlich nach Herstellerangabe und halte dich an Abkochgebote deiner Behörde.
Lebensmittel für zehn Tage
Der Vorrat soll satt machen und ohne Kühlung haltbar sein.
Was sich lange lagern lässt:
- Reis, Nudeln, Haferflocken
- Konserven: Bohnen, Mais, Tomaten, Fisch, Fleisch
- Öl, Salz, Zucker, Honig
- Kaffee und Tee, wenn du sie im Alltag trinkst
- Energieriegel und Nüsse, die ohne Kochen essbar sind
Wichtig: Das BBK beschreibt zwei Wege. Beim „lebenden Vorrat“ verbrauchst du Vorräte im Alltag und kaufst nach. Beim einmaligen Vorrat prüfst du einmal im Jahr die Haltbarkeit.
Strom, Wärme, Licht ohne Netz
In einer großen Krise kann auch der Strom ausfallen. Für diesen Fall helfen:
- Campingkocher (Gas oder Spiritus) mit Brennstoffvorrat, nur mit der Belüftung, die der Hersteller vorschreibt
- Powerstation, die per Solarmodul oder vorher am Netz geladen wird
- Kerzen und Feuerzeuge, nie unbeaufsichtigt brennen lassen
- Wolldecken, um ohne Heizung die Körperwärme zu halten
- Ein Holzofen oder eine andere netzunabhängige Heizquelle, falls vorhanden
Evakuierung: Routen und Treffpunkte stehen vorher fest
Wenn die Behörden eine Evakuierung anordnen, bleibt wenig Zeit zum Packen und Planen. Das BBK nennt als Beispiele Brände, Evakuierungen wegen Munitionsfunden oder Gasaustritt. Was du vorher festgelegt hast, musst du dann nur noch ausführen. Mehr dazu in unserem Beitrag Evakuierung planen.
Routen festlegen, bevor du sie brauchst
Fahre oder gehe deine Routen in Ruhe ab, solange nichts passiert ist.
- Route A: Hauptstraße zum nächsten Bahnhof oder zu Verwandten im Umland
- Route B: Nebenstraße, falls Hauptstraßen blockiert sind
- Route C: Zu-Fuß-Route, falls kein Auto möglich ist
Orientierungspunkte festhalten: nicht nur per GPS, sondern auch auf einer Papierkarte, die ohne Strom und Netz funktioniert.
Treibstoff: Lass den Tank nicht fast leer stehen. Wer erst im Ernstfall tanken will, steht womöglich in einer Schlange oder vor einer geschlossenen Tankstelle.
Treffpunkte und Familien-Kommunikationsplan
Wenn Telefonnetze ausfallen oder überlastet sind, weiß jedes Familienmitglied nur dann, wohin es gehen soll, wenn das vorher verabredet ist.
Legt gemeinsam fest:
- Naher Treffpunkt: in Sichtweite des Hauses, aber mit Abstand, etwa an der Straßenecke
- Mittlerer Treffpunkt: ein bekannter Ort im Viertel außerhalb der Gefahrenzone
- Weiter Treffpunkt: die Adresse von Verwandten außerhalb der Region
Jedes Familienmitglied kennt die Treffpunkte, Kinder so weit, wie es ihrem Alter entspricht. Schreib die Adressen zusätzlich auf einen Zettel im Notgepäck.
Dazu: eine Kontaktperson, die nicht in eurer Stadt lebt. Diese Person nimmt Nachrichten entgegen und koordiniert Informationen, wenn lokale Kommunikation zusammenbricht.
Das Auto als temporäre Notunterkunft
Falls keine Unterkunft erreichbar ist: Im Auto übernachten ist möglich, aber nur mit Vorbereitung:
- Schlafsack + Decke dauerhaft im Kofferraum
- 12V-Ladegerät für Handy
- Essen und Wasser für ein bis zwei Tage im Kofferraum
- Verdunkelungsfolie für Fenster (Privatsphäre + Wärmehaltung)
Warnung: Sirene, NINA-App und Radio ergänzen sich
NINA-App, Sirenen, Radio
NINA-App: Die Warn-App NINA des BBK ist kostenlos. Die Warnungen kommen von den Katastrophenschutzbehörden der Länder und Kommunen oder vom BBK. Wichtig: Du musst Orte abonnieren oder die Benachrichtigung für deinen aktuellen Standort aktivieren, sonst erhältst du keine Warnung. Details im Beitrag NINA-App und Sirenen.
Sirenen: Laut BBK-Seite zu Sirenen förderte der Bund ab 2021 den Ausbau der kommunalen Sirenennetze mit dem Sirenenförderprogramm 1.0 (88 Mio. Euro). Für das Sirenenförderprogramm 2.0 standen 2023 bis 2025 Bundesmittel von 22,5 Mio. Euro bereit. Neuere Angaben enthält die Seite nicht (abgerufen im September 2026). Die Töne laut BBK:
- Einminütiger, auf- und abschwellender Heulton: Warnung. Danach Radio, Warn-App oder Internet nutzen, um zu erfahren, was passiert und was zu tun ist.
- Einminütiger, gleichbleibender Heulton: Entwarnung
Radio: Das BBK nennt ein batteriebetriebenes Radio mit Reservebatterien als Teil des Notgepäcks. Ein Kurbel- oder Solarradio ist eine Alternative, die ohne Batterien auskommt.
Familien-Notfallplan auf Papier
Schreib ihn auf und laminiere ihn. Ein Exemplar kommt in den Rucksack, eines an den Kühlschrank, eines ins Handschuhfach. Eine Vorlage mit allen Bausteinen findest du in unserem Familien-Notfallplan.
- Treffpunkte (erster, zweiter, dritter, jeweils mit Adresse)
- Notrufnummern (110, 112)
- Kontaktperson außerhalb der Stadt mit Festnetz
- Blutgruppen aller Familienmitglieder
- Dauerhaft nötige Medikamente
- Route A + B aus der Stadt
Nachbarschaft: Wer sich vorher abspricht, kann sich im Notfall helfen
Wenn Strom, Telefon und Verkehr gestört sind, sind die Menschen in deinem Haus und deiner Straße am schnellsten erreichbar. Das funktioniert besser, wenn ihr euch vorher kennt.
So kommt ihr ins Gespräch:
- Sprich Nachbarn an, beiläufig und ohne Drama, zum Beispiel beim nächsten Warntag.
- Finde heraus: Wer hat einen Erste-Hilfe-Kurs? Wer hat handwerkliche Fähigkeiten? Wer braucht Hilfe, etwa ältere oder pflegebedürftige Nachbarn?
- Tauscht Telefonnummern aus, auch Festnetz, falls der Mobilfunk ausfällt.
- Sprecht ab, wer bei einer Warnung bei wem klingelt, damit niemand ohne Information bleibt.
Fähigkeiten zählen im Notfall genauso wie Vorräte. Ein Nachbar mit Erste-Hilfe-Kurs kann helfen, bis der Rettungsdienst da ist.
Psychische Belastung: Ein eingeübter Plan nimmt Entscheidungen ab
Eine Krise belastet auch psychisch. Ein Plan, den ihr schon einmal durchgesprochen habt, nimmt dir in der Situation Entscheidungen ab. Das ist der Grund, warum Vorbereitung auch dann hilft, wenn nicht alles nach Plan läuft.
Alltag im Kleinen beibehalten
Wenn ihr länger zu Hause oder im Keller ausharren müsst, helfen feste Abläufe: ein Schlafrhythmus, gemeinsame Mahlzeiten, Beschäftigung für Kinder (Bücher, Kartenspiele, Malsachen im Vorrat).
Was du vorher tun kannst:
- Den Plan üben: Wer weiß, was er tun soll, muss weniger improvisieren.
- Auf das Beeinflussbare schauen: Du wirst nicht alles kontrollieren können. Konzentriere dich auf Vorrat, Plan und Information.
- Nachrichten dosieren: Informiere dich über offizielle Kanäle wie Radio und NINA, statt ständig ungeprüfte Meldungen zu lesen.
Kinder auf den Ernstfall vorbereiten
Nicht mit Horror-Szenarien. Mit Vertrauen und Routine.
Erkläre Kindern altersgerecht:
- Wo die Treffpunkte sind (so weit es ihrem Alter entspricht, dazu der Zettel im Rucksack)
- Was die Sirene bedeutet und was dann passiert
- Was im Rucksack ist und warum
Übt es als Familie einmal durch, wie eine Brandschutzübung. Kein Drama, nur der Ablauf. Ein Anlass dafür ist der bundesweite Warntag, an dem die Sirenen getestet werden.
Erste Hilfe: Ein Tageskurs vermittelt laut DRK die Grundlagen
Im Notfall rufst du immer zuerst die 112 an. Bis Hilfe kommt, zählen die Maßnahmen, die du in einem Kurs gelernt hast. Der Rotkreuzkurs Erste Hilfe des DRK dauert einen Tag mit 9 Unterrichtseinheiten und behandelt unter anderem Blutstillung, stabile Seitenlage und Herz-Lungen-Wiederbelebung. Mehr dazu, was du tun kannst, wenn der Rettungswagen auf sich warten lässt, steht in unserem Beitrag Erste Hilfe im Ernstfall.
Die Grundlagen, die ein Kurs vermittelt:
- Starke Blutungen stillen: zum Beispiel mit einem Druckverband. Wie das richtig geht, lernst du im Kurs.
- Stabile Seitenlage: bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung.
- Herz-Lungen-Wiederbelebung: wenn keine normale Atmung vorhanden ist, nach dem Notruf.
- Brandwunden: Laut DRK zu Verbrennungen sofort mit kühlem oder kaltem, nicht eisigem Wasser mindestens 20 Minuten kühlen. Bei großen Verbrennungen sowie bei Säuglingen und Kleinkindern ist Vorsicht geboten, weil sie auskühlen können. Keine Hausmittel verwenden, Notruf 112.
Erste-Hilfe-Ausrüstung im Rucksack:
- Verbandpäckchen und Material für einen Druckverband
- Wunddesinfektionsmittel
- Einmalhandschuhe
- Rettungsdecke
- Persönliche Medikamente. Wie groß dein Vorrat sein kann, sprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Schmerzmittel oder andere Arzneien nimmst du nur nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke auf. Ein Tourniquet (Abbindesystem) gehört nur in Hände, die im Kurs gelernt haben, wann und wie es angelegt wird. Wir raten zu einem Kurs mit praktischen Übungen, nicht nur zu einem Video.
Dokumente: Eine griffbereite Mappe spart im Ernstfall Zeit
Wer das Haus schnell verlassen muss, hat keine Zeit, Unterlagen zusammenzusuchen. Das BBK empfiehlt deshalb eine Dokumentenmappe, die griffbereit an einem Ort liegt, den alle im Haushalt kennen. Was hineingehört, hängt laut BBK-Seite zur Dokumentenmappe von deinen Lebensumständen ab.
Dokumente-Checkliste nach BBK:
- Im Original: Familienurkunden (Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunden) beziehungsweise Stammbuch
- Im Original oder beglaubigt: Sparbücher, Versicherungspolicen, Verträge wie den Mietvertrag, Testament, Patientenverfügung, Vollmachten
- Als einfache Kopie: Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Impfpass, Grundbuchauszüge
Unsere Ergänzung, nicht Teil der BBK-Liste: eine Kontaktliste mit Telefonnummern und eine Liste deiner Konten.
Aufbewahrung: Laut BBK kannst du Kopien zusätzlich digital sichern oder Dokumente bei Verwandten, Freunden, einem Notar oder in einem Bankschließfach hinterlegen. Für die Mappe selbst eignet sich eine wasserdichte Hülle.
Bargeld: Das BBK nennt Bargeld und Geldkarten bei den Dingen, die du beim Verlassen des Hauses nicht vergessen solltest. Bei einem Stromausfall können Kartenzahlung und Geldautomaten ausfallen. Wie viel Bargeld du zu Hause hältst, hängt von deinem Haushalt ab. Kleine Scheine und Münzen sind praktischer als große Scheine.
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